Verfasst von: semmy | 27. Oktober 2009

grün ab sofort unwählbar?

gestern habe ich mit schrecken in der berliner zeitung gelesen, dass claudia roth für die zukunft auch auf bundesebene schwarz-grün nicht mehr ausschließen will. man wolle sich nicht in eine koalitionsecke drängen lassen mit der spd. sich offen zeigen für neue modelle, ähnlich des kürzlich eingeschlagenen weges der saarländischen grünen. eine öffnung zur mitte soll damit erreicht werden.

und ganz ehrlich, ich verstehs nicht. da stellt am gleichen tag die schwarz-gelbe pest ihren koalitionsvertrag vor, der eine weitere verschuldung vorsieht, die geringverdiener immer weiter in den strudel herabzieht und darüber hinaus die verlängerung der akw-zeiten beabsichtigt. und gerade da öffnen sich die grünen für eine koalition mit der cdu? das kann einfach nicht wahr sein und zeigt im grunde genommen doch nur, dass politik dann doch irgendwie das gewissen zerstört. statt sich auf das zu besinnen, woraus man entstanden ist und sich dem klientel zu verschreiben, das einen größer hat werden lassen, möchte man sich stattdessen mehr stimmen und damit mehr macht sichern. die zeiten, wo ich meine stimme grün geschenkt habe, weil die schwarz-gelben unwählbar, die roten einfach nur lächerlich und die linken zu oskaresk waren, sind damit vorbei. möglicherweise zeigen die nächsten landtagswahlen schon, ob diese aussage besonders klug war.

ich bin konsterniert und vor allem enttäuscht. gut, dass bis zur nächsten wahl 4 jahren vergehen, in denen hoffentlich auch die zu leiden haben, die das wahlergebnis und diese regierung möglich gemacht haben.

Verfasst von: semmy | 24. Oktober 2009

sprachbarrieren

frankenbahn

die frankenbahn

was mich immer wieder fasziniert ist die tatsache wie schnell man innerhalb deutschlands in regionen geraten kann, wo man sprachlich gesehen fast nichts mehr versteht. gestern stieg ich beispielsweise in frankfurt in den zug ein, um von dort nach aschaffenburg zu fahren und dann weiter in den tiefsten spessart.

die züge nach süden sind vermutlich wie die züge in den westen am freitag nachmittag prall gefüllt mit berufspendlern und bundis, die sich auf zuhause freuen und schonmal mit dem feiern anfangen. und da die aus den entlegensten winkeln deutschlands stammen, „genießt“ man schon ein buntes potpourri an dialekten, die so ein wenig an babel erinnern…

spannend fand ich gestern aber vor allem, dass es hier allerlei fränkische bahnen gibt, die eine bestimmte strecke fahren, aber nur bei bedarf halten. einschlafen ist also absolut verboten, denn sonst passiert es, dass man bis zur endhaltestelle durchfährt, weil man nicht den haltewunsch knopf gedrückt hat. aus den bussen kennt man dieses procedere ja zur genüge, aber aus regionalbahnen nicht. schnell noch zur bahnhaltestelle laufen, ist dann auch nicht möglich. denn der zug hält ja nicht, wenn man nicht schon zeitig genug am gleis steht, wartet und seinen mitfahrwunsch signalisiert. ich bin schon sehr gespannt, wie die rückfahrt laufen wird…

Verfasst von: semmy | 20. Oktober 2009

manchmal

gibt es solche tage, an denen man nicht mehr weiß, wie man situationen lösen soll oder das verkraften soll, was auf einen einströmt. dann will so gar kein optimismus aufkommen und jeder gedanke ist zu viel. an schlaf ist kaum noch zu denken und auch die kleinste kleinigkeit stößt das mühsam aufgebaute mutgebilde wieder um. doch diese tage vergehen und man wird beinah täglich davon überrascht, was man alles aushalten kann. doch man darf sich nicht zu viel auf einmal vornehmen, jeder stein will einzeln aus dem weg geräumt werden und genauso sorgfältig zu einem neuen fundament hinzugefügt werden. und an manchen tagen passiert es, dass man hilfe erhält, die man nicht für möglich gehalten hätte. die einen daran glauben lässt, dass alles gut werden wird, wenn man nur geduldig ist und sich nicht scheut angebotene hilfe auch anzunehmen. ein mantra im kopf, das bild des beschützenswerten vor augen und dann volle kraft voraus. aufzuhalten ist man nicht mehr, ganz im gegenteil, die welt wird einen erst noch kennenlernen. ganz nach dem heutigen motto des tages: gebeugt erst zeigt der bogen seine kraft. also, los gehts.

Verfasst von: semmy | 18. Oktober 2009

oh johnny

Verfasst von: semmy | 16. Oktober 2009

kurioses

16102009150

wie lange sind die wohl?

der heimweg heute hält so einiges an kuriosem bereit. beginnend mit der beeindruckenden haarlänge dieses mannes, über die unglaubliche schlechte laune und deren ausläufer der messebesucher bishin zu dem mann, der mir gerade gegenüber sitzt und irgendwelche blätter isst, während er der dame neben ihm ununterbrochen und ganz demonstrativ auf das handydisplay starrt und ihre private korrespondenz überwacht.

mir fehlen die worte.

Verfasst von: semmy | 16. Oktober 2009

sterne im büro

  1. wenn man jetzt morgens schon vor sonnenaufgang im büro ist, fühlt man sich bei voller beleuchtung irgendwie exponiert. was man selbst gerne von außen betrachtet, möchte man noch lange nicht selbst darbieten. rollos regeln… ;)
  2. beim bücken und schnellen aufrichten, spielt der kreislauf nicht immer mit und man kann seine ganz persönliche lightshow erleben, die man mit niemandem teilen muss.
  3. der sonnenuntergang, gespiegelt in den diversen hochhausfassaden der mainmetropole, lässt einen kurz ehrfürchtig erstarren und gleichzeitig vergessen, dass man der stadt ansonsten so gar nichts abgewinnen kann.
  4. es ist einfach verdammt kalt diese woche, oder?
  5. warum ist man nach dem schwimmen eigentlich immer so müde?
  6. urlaubspläne schmieden an sich kann schon sehr erholsam sein, das sollte man öfter tun. ein herzliches willkommen übrigens allen heimkehrern an diesem wochenende.
  7. spontane und dringend gemachte personalgespräche rufen dann doch immer eine gewisse skepsis hervor.
  8. die gerüche in einem reformhaus irritieren mich immer wieder. insbesondere frisches fasssauerkraut noch vor 9 uhr am morgen.
  9. tee ohne zuckerzusatz schmeckt tatsächlich.
  10. bald ist november und endlich gibts lebkuchen für zuhause.
Verfasst von: semmy | 14. Oktober 2009

männer in grün

in den medien ist derzeit ja desöfteren von erhöhter polizeipräsenz an öffentlichen orten zu hören. letztes wochenende fand beispielsweise eine jübiläumsfeier für unseren schönen dom statt und der komplette luftraum war abgeriegelt worden. das ist ja mittlerweile nicht mehr wirklich erschreckend oder irritierend, wenn ständig hubschrauber über meinem vorort kreisen.

aber seit neuestem fahren in meinem zug am abend mit maschinengewehren bewaffnete bundesgrenzschutzbeamte mit, die nach jedem halt in den wagen patroullieren. das ist dann schon etwas anderes. irgendwie schockierend und kein schönes bild. ich hoffe wirklich, dass das jetzt nicht alltäglich wird. ich weiß, dass es in erster linie zum schutz gedacht ist, aber man fühlt sich nicht wirklich wohl so.

Verfasst von: semmy | 14. Oktober 2009

thomas demand in berlin

badewanne

barschel fehlt

ist so ziemlich genau der titel einer homepage, wo man näheres über eine ausstellung erfahren kann, die zur zeit in berlin stattfindet. und zwar genau genommen in der neuen nationalgalerie.

am einheitswochenende habe ich dort einen schönen nachmittag verbracht, es aber bisher noch nicht geschafft, darüber zu berichten, was ich jetzt gerne nachholen möchte. leider ist fotografieren ja nicht gestattet, daher konnte ich keine eigenen bilder machen. ich bediene mich also eines bildes von der homepage in der hoffnung, dass es keinen stress gibt.

ich versuche es mal mit meinen eigenen worten zu formulieren, worum es bei den bildern geht. demand benutzt bilder, die wir aus dem alltag oder auf sonst eine weise kennen und entfremdet sie dadurch, dass er ein wichtiges detail einfach weglässt. das funktioniert so, dass er szenen nachstellt anhand von modellen, die er dann abfotografiert. zumindest haben wir uns das so erschlossen… ;)

das bild links ist dafür ein ziemlich gutes beispiel und war auch ausschlaggebend dafür, dass ich mir die ausstellung ansehen wollte. dort fehlt nämlich der tote uwe barschel. viele werden das pressefoto kennen und sich an die szene erinnern.

apropos erinnern. zu dieser ausstellung gibt es auch eine kostenlose führung, die wir aber nicht in anspruch genommen haben. was möglicherweise ein fehler war, möglicherweise aber auch nicht. als es nämlich zu genau diesem bild kam, stellte die dame sich davor und richtete sich mit ihrer ansprache ganz besonders an ein junges mädchen, das schätzungsweise 13 jahre alt gewesen sein mag. es waren aber auch noch andere kinder in der gruppe, die durchaus jünger waren. jedenfalls bewertete sie zunächst die szene, die auf dem foto zu sehen ist und hielt die besonderheiten auch gleich fest. die offene tür, die nicht zur intimität eines bades passen würde. der wenig vorhandene schaum, der auf ein schon länger zurückliegendes bad schließen lässt und auch der unordentlich drapierte vorleger. noch dazu der duschvorhang, der außerhalb der wanne und halb offen ist.

doch dann beschäftigte sie sich auch mit dem vergleich zwischen dem barschel bild und diesem hier. und sie stierte weiterhin ununterbrochen in die augen dieses jungen mädchens und erklärte in einer detailtreue von der todesszene, dass es wohl dem ein oder anderen erwachsenen schon unangenehm wurde. ich fand es jedenfalls ein bißchen merkwürdig, wenn auch sehr amüsant. erinnerte mich ein wenig an meine kunstlehrerin aus der schule, die auch immer diesen irren blick bekam, wenn sie von einem gemälde oder kunstwerk im allgemeinen begeistert war.

es war jedenfalls ein sehr schöner nachmittag und ich bin froh, dass ich es gemacht hab. und danke auch für die nette gesellschaft… ;)

Verfasst von: semmy | 10. Oktober 2009

cinesemmy take twelve

cinesemmy

zwölf: der seltsame fall des benjamin button

vor ein paar wochen habe ich einen filmabend machen wollen und mir zu diesem zweck ein paar filme gekauft, aber auch einige ausgeliehen. einer davon war der seltsame fall des benjamin button. leider eignet der sich mit knapp 3 stunden laufzeit nicht wirklich gut für einen geselligen filmabend. und auch das thema ist nicht gerade als heiter zu bezeichnen. gestern war es dann endlich soweit und ich kann den film nächste woche endlich zurückgeben… Lies mehr…

Verfasst von: semmy | 8. Oktober 2009

der herbst in vollen zügen

dämmerung

tolle farben, oder?

der herbst hat schon seine schönen seiten, das kann man unmöglich bestreiten. besonders die farben im herbst sind so ausdrucksstark. heute auf dem heimweg habe ich dieses bild gemacht. leider nur mit dem handy, sonst wäre es sicher noch etwas besser geworden, aber das hat schon was, oder?

überhaupt dieser herbst gefällt mir. ich friere zwar wie verrückt und bin froh, dass endlich wieder die heizperiode angefangen hat und jemand vor langer zeit das polyester in all seinen ausprägungen erfunden hat. aber es hat auch was, wenn man am morgen das haus verlässt und dann bläst einem der wind so richtig ordentlich um die ohren. das befreit ungemein und macht einen bereit für den tag.

abgesehen davon beginnt jetzt natürlich auch wieder der klassische geschlechterkampf in den öffentlichen verkehrsmitteln. die damen steigen unterkühlt und überglücklich in die beheizten s- oder u-bahnen und die herren haben mal eben so eine leichte jacke über das shirt gestreift. der erste griff nach sitzplatzeinnahme ist dann auch der zum fenster. zack, fenster offen und die ganze warme stickige luft entweicht. böse blicke von den frauen sind die folge und aufmunterndes gemurmel der männer. das wird sicherlich noch spannend bleiben… ;)

einziger nachteil der kürzer werdenden tage ist die tatsache, dass ich nach dem spätdienst meinen heimweg nicht mehr über den friedhof antreten kann. oder zumindest abhängig von den mondphasen. vielleicht riskiere ich es aber auch trotzdem und widerlege somit alle schauergeschichten, die ganz gerne über nächtliche spaziergänge auf dem friedhof erzählt werden.

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